geschrieben von  Peter J. Foth

Gebäude

Die jetzige Mennonitenkirche an der Mennonitenstraße im Hamburger Stadtteil Altona-Nord wurde 1914/15 von dem Architekten Prof. Kurt Franke gebaut. Der Baustil ist eine Art Neo-Barock mit Jugendstilelementen. Der Komplex hat einen in sich geschlossenen Charakter und besteht aus Kirche (Kirchenraum mit Vorhalle), Pastorat, Gemeindesaal und Küsterhaus. Ein an der Langenfelder Straße geplantes Altenheim wurde nie gebaut.

Die heutige Kirche ersetzt eine frühere Mennonitenkirche an der Straße "Große Freiheit" in Altona. Die Mennoniten versammelten sich in Altona seit der Zulassung der Gemeinde im Jahr 1601 zunächst in Privathäusern, ab 1675 in einer Holzkirche, die von mennonitischen Walfangreedern mit fünf Prozent des Erlöses einer Walfangsaison finanziert worden war. Diese Kirche brannte 1713 im sogenannten "Schwedenbrand" mit großen Teilen der Stadt Altona nieder. 1717 errichtete die Gemeinde eine Steinkirche, die bis 1915 der Gemeinde als Kirche diente.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wandelte sich die Gegend um die Große Freiheit in ein Amüsierviertel, und ab 1910 gab es in der Gemeinde Pläne für einen Umzug. Die alte Kirche wurde im Zuge eines Geländetausches der Stadt Altona überlassen. Sie diente 1917 als Kriegsküche für die hungernde Bevölkerung, später der Altonaer Stadtmission, und fiel 1943 den Bomben zum Opfer. Die Wohnhäuser Nr. 73 und 75 an der Großen Freiheit sind das alte mennonitische Pastorat und Küsterhaus.

Die neue Mennonitenkirche wurde in vielem der alten Kirche nachgebaut. Ursprünglich sollte vor der Kirche ein Platz entstehen, auf den auch eine geplante Pauluskirche (etwa im Stil der Johanniskirche an der Max-Brauer-Allee) schauen sollte. Beides kam nie zustande, so dass die Mennonitenkirche heute "verkehrt herum" steht.

1966 wurden der Gemeindesaal und das Küsterhaus an die "Evangelische Gebetsgemeinschaft" verkauft. Als kleinen Ersatz für den nun fehlenden großen Gemeindesaal wurde im Zwischentrakt zwischen Kirche und Pastorat der sogenannte "Gerrit-Roosen-Saal" durch Zusammenlegung mehrerer Räume geschaffen, der heute für viele Zwecke genutzt wird. Große Versammlungen müssen immer in der Kirche stattfinden. Der weitläufige und verwinkelt gebaute Komplex mit vielen Kellern, Nebenräumen und Dachböden diente unter den Bedingungen der Nachkriegszeit vielen, zumal jungen Gemeindegliedern als Notwohnung und wird bis heute von manchen liebevoll "Mennoburg" genannt.

Monatslosung

Und siehe, es sind Letzte, die werden die
Ersten sein, und es sind Erste, die werden
die Letzten sein.

Lk 13, 30

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.