Mennonitengemeinde Hamburg - Altona

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Lieben heißt tun

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Jesus spricht in dieser Stelle des Johannesevangeliums zu seinen Freunden und ordnet seinen bevorstehenden Tod ein: „Mehr kann ich nicht für euch tun, größer kann keine Liebe sein als die, die das Leben kostet.“ Er spricht also vorrangig von sich selbst, und doch bringt er seine Tat als Beispiel für uns. Die wenigsten erleben eine Situation, in der sie ihr Leben als Liebesbeweis opfern könnten – und doch kann dieser Monatsspruch für uns bedeutsam sein. Er sagt auch: Lieben heißt tun, Liebe ist nicht nur ein Wort oder ein Gefühl, sondern lebt von ihren Taten.

Das Verhalten eines Menschen soll das Maß sein, an dem die Liebe gemessen wird. Denn auch das steht laut Johannesevangelium fest: Liebe ist messbar, man kann sie daran erkennen, was der Liebende für den anderen aufgibt.
Eltern geben etwas für ihre Kinder auf, sie stecken beruflich zurück und stellen die Hobbies der Zöglinge vor die eigenen. Sie sitzen auf Kinderstühlchen im Kindertheater, statt endlich einmal wieder eine neue Inszenierung im Thalia-Theater zu genießen. Sie lesen zum fünften Mal Jim Knopf vor, anstatt endlich einmal den dicken Wälzer, welcher schon seit Monaten auf dem Regal verstaubt. Und das Entscheidende: Sie tun es meist gerne, sie klagen nicht ernsthaft darüber. Sie geben ein Leben auf - oder wie Jesus sagen würde: sie lieben, indem sie handeln. Und gleiches gilt für die Besuche bei kranken Eltern oder das Engagement in der Gemeinde oder im Sportverein.
Das Schöne daran:  Liebe ist keine Einbahnstraße, denn wir geben nicht nur etwas auf, sondern wir bekommen etwas. Indem wir zurückgeliebt werden, Liebe also (im Handeln der anderen) spüren können. Ausgelöst durch einen freudestrahlenden Blick der Tochter, ein Dankeschön für das Grillen beim Gemeindefest oder ein Lob für geleistete Arbeit. Wir werden selbst im Handeln der anderen geliebt. Nicht nur durch den mitgebrachten Blumenstrauß, sondern durch so viele kleine Taten, die unser Leben prägen, weil sie uns zeigen, dass wir dem anderen nicht egal sind. Jeder, der selbstlos für uns aktiv wird, liebt uns, entscheidet sich für ein anderes Leben, und verändert unser Leben durch sein Tun.


Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 09. April 2010 um 14:58 Uhr