Mennonitengemeinde Hamburg - Altona

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Wahrt das Recht, und sorgt für Gerechtigkeit

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So spricht der Herr: Wahrt das Recht, und sorgt für Gerechtigkeit; denn bald kommt von mir das Heil, meine Gerechtigkeit wird sich bald offenbaren. (Jesaja 56, 1)

Mit Rückenwind hinein ins Leben

"Wir mischen uns nicht in die Politik ein, wir bleiben die ´Stillen im Lande'", haben unsere Vorfahren oft gefragt. Heute hören wir verbreitet: "Was bringt es denn, sich einzumischen, die Oberen tun doch sowieso, was sie wollen!"

In unserem Monatsspruch ist unser Tun verknüpft mit der Verheißung von Gottes Handeln. Der Prophet Jesaja hat die Erfahrung gemacht, dass sein Volk sich in schweren Situationen, z.B. in der Gefangenschaft, hat entmutigen lassen, sich für Recht und Gerechtigkeit einzusetzen. Deshalb fordert er es auf, sich weiter einzusetzen, und zwar nicht nur für Menschen der eigenen Gemeinschaft, sondern gerade den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu erweitern. "Dran bleiben", lautet das Motto, zäh sein und im Kleinen tun, was möglich ist. Die Kraft, den Rückenwind dafür bekommen wir, weil Gott uns zusagt, dass er sich bald mit seinem Heil und seiner Gerechtigkeit zeigen wird. Es gibt also eine Perspektive, auf die hin wir schon einmal anfangen können, an Gottes Reich zu bauen. Unser Tun ist nicht umsonst, sondern bereitet den Weg für Gottes Handeln.

Ich vermute, dass diejenigen, die den Monatsspruch ausgesucht haben, schon im Blick hatten, dass es nicht mehr weit ist bis zum Advent, dass wir bald vom Heilsbringer Jesus hören und erzählen werden. Vielleicht ist diese Novemberzeit mit den dunklen Feiertagen des Kirchenjahres tatsächlich nur auszuhalten, wenn ich zukünftiges Heil im Blick habe, wenn ich auf die Erfahrung von vergangenen Jahren zurückgreifen kann, dass danach die Zeit des Lichts kommt. Vielleicht können wir tatsächlich uns im Hier und Jetzt für Recht und Gerechtigkeit dann einsetzen, wenn wir darum wissen, dass es dereinst um eine größere, andere Gerechtigkeit gehen wird, die all unser Tun übersteigt und uns in Zeiten führen wird, in denen es tatsächlich keine Trauer und kein Leid mehr gibt.

Doch jetzt sind wir noch im Hier und Heute und haben zu reagieren auf Unrecht und Ungerechtigkeit. Gott begleitet uns dabei, ja geht uns voraus und erhellt unser Leben. So heißt es in einem Kanon unseres Gesangbuches (siehe Nr. 367): "Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht; es hat Hoffnung und Zukunft gebracht; es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit".

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 07. September 2009 um 19:49 Uhr