Im grauen November gedenken wir der Verstorbenen. Das schmerzhafte Gefühl des Verlustes drängt wieder an die Oberfläche und indem wir den Tod zum Thema machen, geben wir auch den Dahingegangenen in unserem hektischen Alltag wieder mehr Raum.
Paulus will im Brief an die Thessalonicher Trost spenden, indem er klar sagt, dass der Glaube auch auf trauernde Zweifel eine Antwort gibt. Nach der Kreuzigung Jesu glaubten viele der ersten Christen daran, dass er sie bald - noch zu ihren Lebzeiten - zu sich holen werde. Nachdem mehr und mehr Brüder und Schwestern verstarben, ohne dass sich diese Hoffnung erfüllte, kamen Zweifel auf, was mit den Verstorbenen nach ihrem Tode geschehen werde. Paulus sagt, dass diese nach ihrem Tode zusammen mit Jesu zur Herrlichkeit gelangen werden. Sein Argument ist dieses: Wenn wir glauben, Jesus sei gestorben und auferstanden, müssen wir auch seiner Schlussfolgerung folgen.
Heute verliert der Glaube an die Auferstehung Jesu von den Toten an Zustimmung und Kraft, weshalb auch Paulus’ Argumentation argumentativ für viele weniger überzeugend ist. Wir haben Tod und Auferstehung nicht wie Jesu Jünger miterlebt, wir können nur glauben. Wir sind ebenso wenig dabei, wenn Freunde oder Familienmitglieder sich auf dem letzten Weg befinden.
Und dennoch spendet die Vorstellung Trost, hoffen zu können, dass die Herrlichkeit auf die Toten wartet. Gerade weil wir sie nicht im Jenseits beobachten können, bleibt die Möglichkeit des Einzugs in Gottes Reich vorstellbar. Dann kann in der Grauheit des Novembers die Vorstellung eines bunten Lebens nach dem Tod auch etwas Farbe in unsere Trauer bringen. Auflösen kann sie sie nicht.





